"Rosenberger Thesen": Kenntnisse schon in der Lehre vermitteln - Fachliche Kompetenz in Design bildet Grundlage für den Erfolg

Pressemitteilung vom 25. Februar 2011
Aachen. Kompetenz in Design wird für die Handwerksbetriebe in der Bundesrepublik immer wichtiger. Die Kunden erwarten von den Inhabern und Mitarbeitern nicht allein fachliche Qualität, sondern auch zeitgemäße, individuelle Farb- und Formgebung. Deshalb will die Handwerksorganisation den Nachwuchskräften schon in der Lehre die notwendigen Kenntnisse vermitteln.
Ein Kernpunkt der „Rosenberger Thesen“, die Fachleute während eines Symposiums in der Akademie für Handwerksdesign formuliert haben, ist die Forderung, das Fach Gestaltung in den Ausbildungsordnungen der Gewerke und den Lehrplänen der Berufskollegs festzuschreiben. Mit dem Positionspapier wollen sie die Politiker, aber auch die Verantwortlichen im Wirtschaftszweig dazu bewegen, die Aus- und Weiterbildung im Handwerksdesign stärker zu fördern.
Vorteile im Wettbewerb
„Produkte und Dienstleistungen, die auf die Anforderungen der Auftraggeber hin zugeschnitten sind, bilden den entscheidenden Wettbewerbsfaktor für die 975.000 Handwerksbetriebe in Deutschland“, betonte Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für die Region Aachen, bei der Vorstellung des Positionspapiers. In der Orientierung an den Kundenwünschen liege die Stärke der Wirtschaftsgruppe, die sich in einem Jahresumsatz von mehr als 488 Milliarden Euro niederschlage.
„Kreativität macht den Kern des Handwerks aus und begründet seine Identität“, meinte Barkey. Darin liege sein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Wirtschaftszweigen. Viele Kunden seien bereit, für handwerkliche Lösungen nach ihren Vorstellungen einen guten Preis zu bezahlen. „Dieses große Marktpotenzial will unsere Wirtschaftsgruppe noch stärker nutzen.“
Mit den bisherigen Weiterbildungsangeboten, die sich vor allem an Meister und Gesellen richten, ist es nicht getan, so haben die Teilnehmer der Tagung festgestellt, die auf Einladung des Deutschen Handwerkskammertags (DHKT) abgehalten wurde. Vielmehr wollen sie erreichen, dass Gestaltungskompetenz bereits in der Schule und in der Ausbildung vermittelt wird. Auch die beteiligten Lehrer brauchten mehr Know-how, um die erforderlichen Grundkenntnisse in Design vermitteln zu können.
Eindringlich plädieren die Experten dafür, das Bewusstsein für den Wert gestalterischer Kenntnisse im Handwerk selber zu schärfen. „Nur dann werden mehr Verbraucher die Unternehmen auch als Träger von Designkompetenz wahrnehmen“, so Akademieleiter Wolfgang Kohl. Im Gegenzug eröffne sich für Betriebe die Chance, durch Einstellung von Gestaltern neue Marktsegmente zu erobern und ihre wirtschaftliche Position dauerhaft zu verbessern.
Klare Anforderungen stellen die Autoren der „Rosenberger Thesen“, zu denen Fachleute aus den Gestaltungsakademien und den Kammern gehören, auch an die Handwerksorganisation. Sie müsse die fachliche Unterstützung im Bereich Design intensivieren und das Netz ihrer Beratungsstellen enger knüpfen, heißt es in der Resolution, die einen Impuls zur Weiterentwicklung der Wirtschaftsgruppe setzen will. Entschieden fordern die Fachleute eine sichere Finanzierung der handwerklichen Gestaltungszentren und einen Ausbau fachlicher Kooperation über die europäischen Grenzen hinweg.
Info: Weitere Informationen zur Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg im Internet unter www.gut-rosenberg.de. Das Leporello "Rosenberger Thesen - Zukunft Gestaltung im Handwerk" können Sie hier herunterladen, (pdf, 673 kb).
