Benutzername:    
Passwort:

Neu anmelden            |            Passwort vergessen

Sprachauswahl:  de | en | fr

Drei Staatspreise für Absolventen und Studenten der Akademie Gut Rosenberg

Staatspreise NRW für Kunsthandwerk
Lohn für herausragende Arbeiten: Bei der Landesausstellung manu factum 2009 in Kevelaer erhielten neun Bewerber den Staatspreis NRW für Kunsthandwerk beziehungsweise einen Sonderpreis. Zu den erfolgreichen Teilnehmern, die alle 5.000 Euro bekamen, gehören die Aachener Johannes Twielemeier (oben, 4.v.l.), Paul Schiegnitz (unten, 1.v.l.) und Hugo Delavelle (unten, 3.v.l.).

Pressemitteilung IPR 050 vom 24. August 2009

Hervorragende Arbeiten werden in der manu factum in Kevelaer gezeigt

Kevelaer/Aachen. Für die Qualität des Studiums an der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg der Handwerkskammer für die Region Aachen sprechen die drei Staatspreise NRW für Kunsthandwerk, die jetzt an zwei Absolventen und einen Studenten aus Aachen vergeben wurden.

Der Staatspreis für Kunsthandwerk ist der bedeutendste und mit insgesamt 45.000 Euro am höchsten dotierte Preis seiner Art in Deutschland. Seit 1963 wird er alle zwei Jahre verliehen. Die ausgezeichneten Arbeiten der Aachener Preisträger und 107 weitere sind bis zum 15. November in der Ausstellung manu factum 2009 im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in Kevelaer zu besichtigen.

Von 362 angemeldeten Objekten aus den Werkbereichen Textil/Leder, Schmuck, Metall, Holz, Keramik, Stein, Glas und Foto/Papier erhielten 114 die Zulassung zur 24. Landesausstellung. Die Auswahl dafür traf eine Fachjury, im Anschluss ermittelte ein Preisgericht in jedem Gewerk einen Staatspreis und zusätzlich einen Sonderpreis. Jeder Preisträger erhält 5.000 Euro.

Meisterdesigner Johannes Twielemeier, der 1997 sein Studium an der Akademie Gut Rosenberg beendete und seit 2006 als Dozent für die Bildungseinrichtung arbeitet, erhielt den Staatspreis im Bereich Fotografie/Papier. In seiner Arbeit, die aus 25 Schwarzweiß-Aufnahmen besteht, setzt er sich mit dem Thema „Assoziation“ auseinander. Twielemeier spielt mit dem Fotografieren nicht vorhandener Fotografien und zeigt ihre Spuren: Fotoecken und Bildunterschriften. Dieses Spiel sei, so die Preisrichter, von hohem intellektuellem Reiz. Der Betrachter kann selber optisch nicht mehr besetzte Flächen mit eigenen Bildern und Vorstellungen füllen. So entstehen in der Abfolge unterschiedliche Geschichten. Die Arbeit, so heißt es in der Begründung, mache die philosophischen Dimensionen von Fotografie erfahrbar.

Schlüssiges Gestaltungskonzept

Im Werkbereich Textil/Leder erhielt Paul Schiegnitz einen Staatspreis für ein besonders jung und frech gestaltetes Paar Schuhe. Die Arbeit des Akademiestudenten im fünften Semester orientiert sich nicht an tradierten Vorbildern, sondern überzeugt durch seine Exklusivität. Die Schuhe sind aus Tweedstoff gefertigt, der Rand ist in Violett eingesäumt. Das schlüssige Gestaltungskonzept spiegelt sich in den Schuhbändern, die mit dem Saum korrespondierenden, und in der dreischichtigen Sohle, in der das Violett ebenfalls auftaucht, wider.

Der Gestalter im Handwerk Hugo Delavelle erhielt für einen Stuhl aus Weißbuche einen Sonderpreis im Werkbereich Holz. Das Möbel besticht laut Begründung durch optische und tatsächliche Leichtigkeit. Bei geringstem Materialeinsatz sei es Delavelle gelungen, mit niedrigen Querschnitten und geschickter Ausnutzung statischer Konstruktionselemente ein funktionales und hervorragend gestaltetes Möbel herzustellen. Zudem überzeuge das Objekt durch perfekte handwerkliche Verarbeitung. Delavelle ist Mitglied der französischen Wandergesellenvereinigung Compagnons du Devoir, die mit der Akademie einen ständigen Austausch pflegt und gegenseitige Besuche unternimmt.

„Die Staatspreisträger beweisen mit ihren Arbeiten, dass sie über hervorragende kunsthandwerkliche Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen“, freut sich der Leiter der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg, Wolfgang Kohl, über die Erfolge der drei Ausgezeichneten. Bisher haben schon 15 Absolventen der Akademie den Staatspreis NRW erhalten.

Info: Die Landesausstellung manu factum 2009 ist bis zum 15. November täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Ein Farbkatalog ist an der Kasse erhältlich oder kann bei der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Nordrhein-Westfalen unter Telefon: 0211/ 87 95-391 angefordert werden, Preis: 15 Euro. Weitere Informationen im Internet unter www.kunsthandwerk-nrw.de.