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Übergänge 5: Zeiträume

Ausstellung im Archéoforum in Lüttich 04.02. - 04.03.2012

Vernissage: 04.02.2012, 15 Uhr, (pdf, 335 kb)

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 9 - 17 Uhr
Samstag, Sonntag 10 - 17 Uhr

www.archeoforumdeliege.be

Übergänge 5: Zeiträume

„Alles hat seine Zeit“ heißt der Titel von Karl Ove Knausgards neuem Roman. Mit großen Fragen bewegt sich der Autor durch die Menschheitsgeschichte. Davon ausgehend stellt sich mir die allgemeine Frage, weshalb bestimmte Zeiträume der Geschichte mehr herausgehoben werden als andere. Was ist mit den Zwischenräumen, den Übergängen? Was ist etwa mit der aufregenden karolingischen Renaissance oder dem geistreichen Manierismus. Was ist mit den Brüchen, die noch auf das Alte verweisen und doch schon das Neue ankündigen? Sind diese Übergänge nicht gleichwertig?

Das Archéoforum in Lüttich – eine Grabungsstätte mehrere Meter unter der Erde - mit seiner verwirrenden Vielzahl an Grundmauern aus den unterschiedlichen Zeiträumen lässt bei mir solche Gedanken aufkommen. Spannende und geheimnisvolle Assoziationen zum Verlauf der wechselvollen und auch dramatischen Stadtgeschichte Lüttichs von der Römerzeit bis zum 18. Jahrhundert entstehen.

Die Studenten der Akademie für Handwerksdesign in Aachen umkreisen das Thema der Zeiträume als Übergänge in vielfältiger Weise. Sie integrieren ihre Arbeiten zum Teil an ausgesuchten Orten direkt in das archäologische Grabungsfeld unter dem Place Saint-Lambert oder im Vorführsaal des Museums.

So können Kinder und Erwachsene mit dem Würfelsystem von Bernd Görtz angewandte und freie Formen entstehen lassen. Andreas Basler und Alexander Munk zelebrieren Übergänge zwischen unterschiedlich alten Orten. Bei Martin Dautzenberg wird ein Baumstamm Jahresring für Jahresring unterschiedlich „verjüngt“ zu einer Mehrgenerationenbank. Joscha Eggert stellt das emotionale Befinden von Menschen in verschiedenen Lebensphasen als leuchtende Kurven dar. Benjamin Greifenberg und Miriam Röhrig zeigen bei ihren Portrait-Fotografien von den jeweiligen Situationen abhängige Räume des Schutzes. Mit einem Zeitrafferfilm haben sich Hendrik van Dijk und Max Möllenbrink beschäftigt: Der Alltag als stetiger Verlust von Zeit. Und Jesse Krencky hat Fragmente  historischer Möbel wie Erdschichten horizontal zu einer Wand aufgetürmt. Bei Paul Schmachtenberg, Vera Huhn, Michael Dumke und Tobias von Reth erzählt ein Zeitrafferfilm von dem Entstehen eines Zeittunnels im Dachstuhl des Aachener Ponttores. Tobias Nolte hat sich mit Phasen des systematischen Verwandelns von der Ordnung zur Unordnung beschäftigt. Christine Dijks gräbt sich wie  eine Archäologin durch die  Jahresringe in das Innere eines Baumstammes vor. Melanie Betge und John Vida holen vergangene Möbelformen in die Gegenwart. Markus Groos, Gero Tittelbach und Kamal Al Rekani haben sich mit der Konservierung von Vergänglichem beschäftigt. Romina Ottavio zeigt in einem Wunderrad bewegte Bilder, die wie bei einer Bahnfahrt an einem vorüber ziehen.

 Dr. Hans Präffcke