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Seit dem 4. Dezember 2017 sind die Künstler nun vor Ort in Arjeplog, um das Innendesign des IGLOOTELs fertigzustellen. Voraussichtlich ab Mitte Januar 2018 öffnet das IGLOOTEL dann seine Tore für die Öffentlichkeit.
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IGLOOTEL V: Die Arktis – Ein Lebensraum im Wandel

Zum Thema "Die Arktis - ein Lebensraum im Wandel" haben insgesamt 25 Künstler der Handwerksakademie Aachen Gut Rosenberg u.a. das Design für 10 Schlaf-IGLOOs, zwei Event-IGLOOs, zwei Lounge-IGLOOs sowie eine komplette Eisbar und zahlreiche Gänge und Sitznischen entworfen.

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Quelle: www.iglootel.de, FlyCar Group

Vorab möchten wir Ihnen hier einen Einblick in die Arbeit der Eisdesigner gewähen und haben die wissenschaftlichen Hintergründe des Projektes für Sie zusammengefasst:

Durch den von Menschen beschleunigten Klimawandel werden berühmte Passagen der Arktis für die Schifffahrt zugänglich. Dadurch kann der Verkauf von Konsumgütern noch schneller durchgeführt werden.

„Die Route durch die legendäre Nordwestpassage sparte im Vergleich zum Panama-Kanal vier Tage auf See - und damit der dänischen Firma Nordic Bulk Carriers laut Wall Street Journal 200.000 Dollar. Es war nach 1969 der zweite kommerzielle Warentransport durch die Passage zwischen Pazifik und Atlantik.“ (Frank Patalong, Christoph Seidler: Arktische Nordwestpassage. Gefährliche Abkürzung durchs Eis. SPIEGEL ONLINE, Freitag, 27.09.2013)

„Ein eisfreier arktischer Ozean im Sommer ist unvermeidlich. Jegliche Erholung des Eises werde nur von kurzer Dauer sein, vielleicht für ein paar Jahre, bestenfalls." Bis zum Jahr 2030, so glaubt Mark Serreze, werde die Arktis zumindest im Sommer gänzlich ohne weiße Schneedecke sein (vgl. Christoph Seidler: Tauende Arktis. Nordost- und Nordwestpassage erstmals gleichzeitig eisfrei. SPIEGEL ONLINE, Mittwoch, 27.08.2008)

Supertanker müssen bislang einen Umweg um die Spitze Südamerikas nehmen, da sie zu groß für den Panamakanal sind. Eine eisfreie Nordwestpassage ist mit ihren tiefen Gewässern daher besonders verlockend für sie. Der isländische Präsident Ólafur Ragnar Grímsson bezeichnet das achte Weltmeer als "transarktischen Panamakanal". Sowohl die Nordost-, als auch die Nordwestpassage, welche mitten durch die kanadische Arktis führen, werden durch den Klimawandel freigelegt (vgl. Christoph Seidler, Gerald Traufetter: Schifffahrt: Panamakanal am Nordpol. SPIEGEL ONLINE, 27.09.2010)

Aufbau des IGLOOTELs:

Neben den großen Lettern, die an der Außenwand den Schriftzug IGLOOTEL formen, befindet sich der Eingang zum Schneehotel. Dieser führt zur Rezeption, in der die Besucher durch eine riesige Spirale aus Eis empfangen werden. Diese stellt einen DNA-Strang da, welcher für das Leben steht, dass sich durch die Erderwärmung in der Arktis dramatisch verändert. In der Mitte des Verteiler-IGLOOs findet der Besucher einen in Eis geschnitzten Übersichtsplan des IGLOOTELs. Daneben kann er über einen QR-Code näheres über das weit verzweigte Gang- und IGLOO-System erfahren. Zwei Wegweiser aus Eis leiten entweder in den Gang zu den beiden Event-IGLOOs und der Lounge oder zu den zehn Schlaf-IGLOOs.

Der Gang, der in den Eventbereich führt, befasst sich mit der Thematik des zunehmenden Schiffsverkehrs in der schmelzenden Arktis, der das Leben der Meeresbewohner erheblich stört. Die Schiffe nutzen Echolote, welche die Dicke des schwindenden Polareises überprüfen können. Diese funktionieren mit Hilfe von Solarwellen, welche in abstrahierter Form in diesem Gang zu sehen sind und den Eingang mit den beiden Event-IGLOOs verbinden.  Die von Schiffen in der Arktis ausgesendeten Solarwellen sind hier in einen Strichcode übertragen. Bei dem Strichcode handelt sich um das sich wiederholende Wort „Climate Change“, das fast durch den Gang zu tanzen vermag. Die tänzelnden Solarwellen scheinen die Freude über den Klimawandel aus Sicht der Wirtschaft, die von kurzen Schiffswegen durch die schmelzende Arktis profitieren kann, zu symbolisieren. In einem Seitengang sind gesprungene Eisplatten zu sehen, die an das Aufplatzen des schmelzenden Eises in der Arktis erinnern.

Das Thema des Event-IGLOOs 1 ist die Vereisung der Rentiernahrung (Arktisches Moos) durch ständig wechselnde Klimabedingungen. Die Rentiere kommen nicht an ihr Futter und drohen zu verhungern. Um dies darzustellen, zieht sich ein Kranz aus Eis, welcher unten grün und oben blau beleuchtet wird, um das gesamte IGLOO. Der Kranz ist entsprechend der Neigung der Erdachse leicht gekippt. Oberhalb des Rings ist das Wort “Regen” in Inuktitut-Schrift geschnitzt. Im Event-IGLOO 2 sind vergrößerte konzentrische Ringe tief in die Wand gegraben, sie verbildlichen die Rotalgen im arktischen Meer, welche ähnlich wie Baumringe, die Klimaveränderung aufzeigen. Die beiden Event-IGLOOs werden durch das Lounge-IGLOO verbunden. Dieses zeigt auf verschiedenen Ebenen den allmählichen Rückgang des Polareises. An der Theke des Bar-IGLOOs sieht der Besucher eine Art ansteigende Fieberkurve. Sie stellt die Erhöhung des Weltklimas dar und läuft dramatisch über die Tischplatte der Theke hinaus auf die Wand zu. Auf der gegenüberlegenden IGLOO-Wand sind zwei ovale Nischen eingelassen, die als kleine Rückzugsräume dienen. In den mit Spiegeln ausgekleideten Wänden können die Besucher ihren eigenen Umgang mit dem Klimawandel reflektieren.

Der zweite Gang in den die Besucher aus dem Verteiler-IGLOO einbiegen können, ist mit Tierspuren bedrohter Arktisbewohner versehen und verbindet die zehn Schlaf-IGLOOs miteinander. An der entsprechenden Tierspur in diesem Gang erkennt der Hotelgast seine Schneebehausung. Jedes Schlaf-IGLOO ist einem bestimmten gefährdeten Tier gewidmet, indem rundum im IGLOO abstrakte Ornamente zu sehen sind. Erste Fotos

Quelle: www.iglootel.de, FlyCar Group