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Das Leben mit dem Punkt, Pointilismus-Raster-Pixel
Yayoi Kusama „Polka Dots Madness 6"

Vortrag von Axel Müller "Das Leben mit dem Punkt"

16. Mai 2019, 18 Uhr

Termin

Mitte des 19. Jahrhundert taucht in der Kunstgeschichte der Punkt auf. Der Pointillismus war die erste Kunstrichtung die sich mit diesem Phänomen beschäftigte. Die gegenständliche Welt wird aufgelöst und wieder aus einzelnen Farbpunkten neu zusammengesetzt. Seither ist der Punkt nicht nur in der Kunst ständiges Thema. Auch in der alltäglichen Kommunikation kann man auf den Punkt nicht verzichten. „…der Punkt gehört zur Sprache und bedeutet Schweigen.“ (W. Kandinsky) Das 19. Jahrhundert steuer-te mehrere Punktsysteme bei: die Blindenschrift nach Louis Braille und das Morsealphabet, mit dem letzteren wurde der „Punkt“ auch hörbargemacht. Nicht zu vergessen der Lochstreifen, der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts auch der Darstellung und Speicherung von Daten diente.
In der medialen Wiedergabe der Wirklichkeit sind Punkte die Grundlage beinahe unserer gesamten Bildwahrnehmung. Bilder die wir auf Bildschirmen oder im Druckbereich sehen basieren auf Rastern; die reale Welt wird in kleinste Rasterpunkte oder Pixel zerlegt, erscheint aber in der Summe wieder als vermeintlich reales Abbild der Wirklichkeit. Punkte als kleinste Einheiten besitzen selbst keine formale gegenständliche Qualität, sie sind beliebig einsetzbare Massenpartikel aus denen sich alles formen läßt.