Philosophie
Position und Anspruch
Warum ist es relevant, neue Dinge zu gestalten, obwohl es bereits so vieles gibt?
Das Selbstverständnis der Akademie basiert auf der Neugier und der Verantwortung der Entwerfenden für die Kultur unseres Alltags. Es geht um das Erlernen, Lehren und Pflegen von Kulturtechniken. Digitale und analoge Prozesse müssen dafür sinnvoll miteinander verknüpft werden. Formen müssen reflektiert werden. Das gelingt nur, wenn man Dinge von Grund auf neu denkt. Aktualisierungen müssen ebenso sorgfältig und tiefgründig verstanden und umgesetzt werden, wie wir es von Innovationen erwarten.
Besonderes Augenmerk legt die Akademie daher auf die Entwurfsarbeit selbst, denn die Qualität der im Entwicklungsprozess verwendeten Mittel beeinflusst maßgeblich die Qualität des finalen Gegenstands. Es geht um das Begreifen. Dafür braucht es Disziplin, Konzentration auf das Wesentliche, eine geschärfte Wahrnehmung, die Ausbildung einer gestalterischen Sprachkompetenz sowie kontinuierliches Training.
Der gewerkeübergreifende Ansatz erkennt in den fachspezifischen Unterschieden und den handwerklichen Allgemeinfähigkeiten (z. B. maßhaltiges Arbeiten, strukturiertes Vorgehen) eine wichtige Synergie für die kritische Auseinandersetzung und das gemeinsame Studium.
Leitlinien bilden kluge Konzepte, ein tiefer Bezug zu den verwendeten Werkstoffen – unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten – sowie die Berücksichtigung der funktionalen und ästhetischen Ansprüche der Nutzer:innen.
Die Tradition der Akademie Gut Rosenberg steht im Kontext des Bauhauses sowie der Werk- und Kunstgewerbeschulen. Großes Potenzial sehen wir in Handwerksbetrieben, die Herstellung und Vertrieb miteinander verbinden. Über diesen Weg wollen wir spannende und relevante Designs in die Gesellschaft bringen.
Anspruch, Sorgfalt und die Entwicklung einer eigenen professionellen Haltung – mit einer Prise Witz und einem Hang zum Spiel – bilden den Kern unserer Lehre und sind ein herausragendes Merkmal unserer Absolvent:innen.
Seit über 40 Jahren leistet die Aachener Akademie Beiträge zu den Diskussionen über das Selbstverständnis und den Stellenwert des handwerklichen Designfeldes. Unsere Studierenden und Alumni dokumentieren dies durch ihre Teilnahme an regionalen, bundesweiten und internationalen Wettbewerben und Ausstellungen, durch erfolgreiche designorientierte Handwerksbetriebe, kunsthandwerkliche Arbeiten, Planungsleistungen an der Schnittstelle zwischen Industrie und Handwerk sowie durch ihre Tätigkeit in der Lehre unterschiedlicher Institutionen.